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Das Elterntraining an der Kocherburgschule in Aalen

06.07.2018

Wenn Kinder, Eltern und Lehrer ein „harmonisches Dreieck“ bilden, bekommen Familie und Schule eine andere Qualität: Mit dem Ziel beteiligen sich Mütter und Väter an der Kocherburgschule am Qualifizierungsprogramm „Gesetze des Schulerfolgs“, kurz: GdS. In dem Training geht es immer wieder um die „3 A“: Anerkennung, Anregung und Anleitung.

  • Teilnehmer des Elterntrainings

Die Eltern treffen sich an mehreren Abenden dort, wo sonst ihre Kinder die Schulbank drücken. Jeweils 2,5 Stunden lang sprechen sie mit Elterntrainer Karl-Otto Kaiser aus Salach über das, was sie im Alltag bewegt. „Mit der Erziehung die Weichen stellen“ lautete der Titel der ersten Veranstaltung im Januar. Um „Richtig motivieren – besser lernen“ geht es aktuell.

Anita Stark, Rektorin der Kocherburgschule, und Konrektor Erwin Honikel begleiten das Trainingsprogramm. „Ein tolles Angebot der Heldele Stiftung“, kommentiert Honikel. „Lehrer und Eltern lernen dabei, sich als Partner zu verstehen.“ So entstehe eine Win-win-Situation – beide Partner gewinnen.


Auf Regeln pochen


Bernd Forstauer, der als Vorstandssprecher der Heldele Stiftung an diesem Abend aus Salach an die Gemeinschaftsschule nach Unterkochen gekommen ist, gibt den Eltern den Tipp: „Sie legen als Erziehungsberechtigte den Grundstein für das Verhalten Ihrer Kinder. Achten Sie darauf, dass alle Beteiligten gemeinsame Spielregeln einhalten.“

Die „3 A“ beschäftigen die Eltern nun auch zwischen den Trainingsabenden. „Ich reflektiere zu Hause häufig, ob das, was ich im Umgang mit meinen zwei Kindern praktiziere, richtig ist“, erzählt Sabine Fiedler. „Oft fühle ich mich durch das GdS-Projekt selbstbestätigt.“


Neugierde wecken

Die Schwächen ihrer Kinder nicht mehr höher zu bewerten als deren Stärken: Das haben sich die Mütter Jutta Kindler und Christine Krause vorgenommen. Neugierde wecken, nichts Negatives mit Lernen assoziieren: Das fördere den Spaß an der Schule, haben die Eltern gelernt.

„Ich muss meinem Kind nicht hundert Prozent Leistung abverlangen, sondern weniger kann auch gut sein“, erklärt eine weitere Mutter in der Runde, Daniela Bachert. „Ich musste mir erst selber bewusst machen, dass eine Note 3 ‘befriedigend’ bedeutet“, berichtet Christine Meinzinger. „Das habe ich dann auch meiner Tochter vermittelt, die mit ihrer Note ganz unzufrieden aus der Schule kam.“


Kinder „abholen“


Mimik, Gestik, ein Wort: Mit solchen Kleinigkeiten könne sie ihrer Tochter Selbstvertrauen vermitteln – oder das Gegenteil, sagt Christine Meinzinger. „Entsprechendes gilt natürlich auch für Lehrerinnen und Lehrer“, ergänzt Elterntrainer Karl-Otto Kaiser. „Ganz wichtig ist auch, wie sie vor der Klasse stehen. Die Kinder sollen sich abgeholt fühlen.“

Wie kann ich Schulmüdigkeit verhindern? Wie meistere ich mit meinem Kind die Pubertät, wenn es die Regel „ich – jetzt – sofort – alles“ für sich aufgestellt hat? Das sind weitere Fragen an diesem Trainingsabend.

„Familie als Lernwerkstatt gestalten“ lautet der Titel der dritten Folge im Fortbildungsprogramm „GdS“ der Heldele Stiftung. Wenn die Eltern an der Kocherburgschule daran Interesse haben, wird Kaiser erneut zum Training zu ihnen kommen.


© Schwäbische Post 19.06.2018 19:41