Technikfreundliche Stadt Süßen gründet Förderverein für Ausbau und Finanzierung des innovativen Bildungsangebots

Bild: Gründungsmitglieder der Fördervereins Technikfreundliche Stadt Süßen, mit dem ersten Vorsitzender des Vereins Bürgermeister Marc Kersting.
Für die Initiatoren aus Kommune, Wirtschaft und Hochschule hat sich am Mittwochabend ein Meilenstein zementiert: Die Gründung des "Fördervereins Technikfreundliches Süßen". Langfristiges Ziel ist es, die neuen für Technik begeisternden Projekte für Sechs- bis 18-Jährige in Lehrplänen zu verankern.
"Wir schreiben mit unserem Modellprojekt Technikfreundliche Stadt Süßen Geschichte", ruft Bürgermeister Marc Kersting in die Versammlung der 20 Süßener, die sich zur Gründung des Fördervereins "Technikfreundliches Süßen" in die Johann-Georg-Fischer Schule eingefunden haben. In einer Wissensgesellschaft ohne andere natürliche Ressourcen wie Öl sind deutsche Städte und Unternehmen auf die Ideen gut ausgebildeter, junger Menschen angewiesen, die absehbar besonders mit innovativen Technologien Umsatz ins Land holen.
Den Anfang machen die Stadt Süßen und die Initiatoren von Südwestmetall, der Heldele Stiftung und der Hochschule Esslingen am Standort Göppingen mit dem Pilotprojekt "Technikfreundliche Stadt, das sich als Modell für viele andere Kommunen erweisen soll. Einzelprojekte, die technische Bildung unterstützen, gibt es in vielen Städten, doch ein durchgängiges Programm vom Kindergarten bis zum Abitur, Hauptschul- oder Realschulabschluss gibt es bisher nur in Süßen, sagt Bernd Forstreuter, Vorstand der Heldele Stiftung. Das Projekt wurde von Südwestmetall, der Heldele-Stiftung und dem Göppinger Standort der Hochschule Esslingen initiiert. "Für Südwestmetall ist das Projekt technikfreundliches Süßen ein Pilotprojekt, das auf andere Kommunen in Baden-Württemberg übertragen werden soll", sagt Karin Nagel, Regionalleiterin von Südwestmetall/BBQ Berufliche Bildung GmbH. Die Akteure der technischen Bildungsinitiative können nun auf die Erfahrungen aus drei Jahren zurückschauen: Fünfjährige, die im Kindergarten die ersten Naturphänomene kennenlernen. Zehnjährige, die Legoroboter selbst programmieren und damit an den Lego-League-Wettkämpfen teilnehmen. 14-Jährige, die sich in spielerischen Projekten von Elektrotechnik, CAD-Programmierungen und Mechatronik begeistern lassen. Und 17-Jährige, die nach Kursen an der Hochschule schon fast wie echte Ingenieure arbeiten können. "Das wichtige ist, Interesse an Naturwissenschaften und Technik früh zu wecken. Wer dabei merkt, seine Talente liegen doch in einem anderen Feld, hat ebenfalls viel dazugelernt", sagt Helmut von Eiff, Professor an der Hochschule in Göppingen.
Die 21 unterschiedlichen Bausteine spielen sich zudem in allen Schularten ab, immer mit tatkräftiger Unterstützung aus Unternehmen, dem Metaller-Verband Südwestmetall/BBQ und der Hochschule. Acht Firmen aus Süßen wurden als Partner bereits gewonnen. Doch es gibt noch Lücken, die der Förderverein mit seinem frisch gewählten Vorstand schließen will. Als Ziele setzte sich der neue Verein deshalb unter anderem, die Lücken im Angebot für die Förderschule sowie sechste und siebte Klasse zu füllen, die Schnittstellen an den Übergängen wie Kindergarte/Grundschule zu definieren und für finanzielle Absicherung zu sorgen. Um die Module erfolgreich fortzuführen, benötigen wir ein sechsstelliges Finanzierungsvolumen", sagt erster Fördervereinsvorsitzender und Bürgermeister Kersting.